

Saint-Émilion, Barolo, Mosel, Nals Margreid, Languedoc, Burgund, Mont-sur-Rolle und Utiel-Requena. Das sind Weinanbaugebiete, die in aller Munde sind und die viele grosse Weine hervorbringen. Im Schatten der grossen bekannten Güter sind in diesen Gebieten aber auch viele Winzerinnen und Winzer tätig, die andere Wege gehen und auf dem gleichen Terroir Weine hervorzaubern, die uns einen ganz neuen Blick auf eine Region erlauben.
Unsere Weinscouts sind immer auf der Suche nach neuen, aufregenden Weinen. Elf ebenso überraschende wie herausragende Funde wollen wir Ihnen heute vorstellen und freuen uns, wenn Sie uns auf unserer Reise zu einigen Trouvaillen aus einigen der bekanntesten Weinanbaugebiete Europas folgen.




Nur 800 Meter von Château Angélus entfernt, am rechten Ufer von Saint-Émilion, liegt Château Daugay. Daugay war bis Mitte der 1980er-Jahre Bestandteil von Angélus. Mittlerweile ist es ein eigenständiger Wein mit Charakter. Ein präziser, zugänglicher und attraktiver Merlot mit viel reifer Frucht und sanften Tanninen. Im Glas mit intensiver Pflaumenfrucht, Zartbitterschokolade und mit einem langen Abgang.


Juanjo Piñol gehört zu den talentiertesten Winzern der wenig bekannten Region Terra Alta südlich von Priorat. Der L’Avi Arrufi ist einer seiner Spitzenweine, der mit intensiver Beerenfrucht und mineralischen Graphitnoten das Terroir dieser Region widerspiegelt. Der tiefdunkle, rubinrote Wein zeigt am Gaumen Aromen von Kirschen und Brombeeren, dazu mineralische und balsamische Noten mit einem eleganten Abgang voll aromatischer Frucht und würzigen Kakaonoten. Exzellent eingebundene Tannine. Ein mediterraner Rotwein der oberen Klasse.


Bei diesem Rotwein des Weinguts Vegalfaro aus der Region Utiel-Requena wird ein ursprünglicher Behälter zum Ausbau des Weins verwendet. Nach rund 14 Monaten Lagerung im Holzfass wird ein Teil des tiefdunklen, roten Tropfens für 6 Monate in Amphoren verfeinert. Der intensive, vollmundige, geschmeidige Charakter des Weines zeigt sich bereits in der Nase mit vollreifen Früchten wie Pflaumen und Brombeeren sowie leichten Röstnoten und Schokolade. Jeder Schluck dieses Weines zieht kraftvoll nach. Ein unglaublich intensiver Weingenuss von einer ungewöhnlichen Rebsorte.


Der Beaune 1er Cru Blanc Les Teurons präsentiert sich als eleganter und ausdrucksvoller Chardonnay aus der Côte de Beaune. In der Nase entfalten sich feine Aromen von weissen Blüten, Zitrusfrüchten und reifen Früchten, begleitet von dezenten Noten von Haselnuss und gerösteten Mandeln. Am Gaumen zeigt er sich saftig und präzise, mit cremiger Textur, feiner Mineralität und lebendiger Frische. Der dezente Holzeinsatz ist harmonisch eingebunden und verleiht dem Wein zusätzliche Tiefe. Ein charaktervoller Burgunder mit schöner Balance, Eleganz und einem langen, mineralisch-frischen Finale.


Beaune ist eine der bekanntesten Gemeinden an der Côte d’Or, dem berühmten Kalkstreifen des Burgunds, von welchem die klassischen Pinot Noir und Chardonnay herstammen. Die Domaine Arnoux besitzt hier einige Reben auf einer Premier-Cru-Lage. Zur Vinifikation werden die Trauben entrappt und zur Fermentation eingemaischt. Danach wird der Wein noch für ca. 12 Monate in Barriquefässern ausgebaut. Das Resultat ist ein Musterbeispiel eines komplexen und mineralischen Burgunders.


Der Vin de Sable («Sandwein») ist eine Spezialität aus dem Süden Frankreichs, bei welcher die Reben auf Sand gedeihen, wie der Name schon sagt. Da auf Sand die Reblaus nicht überleben kann, sind die Reben ungepfropft. Der attraktive, lebendige Rosé überzeugt mit seiner intensiven, reifen Frucht und einer frischen und angenehmen Säure. Geniessen Sie diesen feinen Tropfen als Apéritif oder als Essensbegleiter zu Fischgerichten oder Meeresfrüchten.


Das Besondere der Mosel sind die schieferhaltigen Steillagen, auf welchen jedes Jahr in manueller Lese grossartige, weltweit bekannte Rieslinge gelesen werden. Der Rotschiefer überzeugt mit seinem aromatischen Charme und einer leichten Restsüsse schnell den Weinliebhaber. Würziges Bukett nach Blutorange und Orangenblüte. Saftiger Geschmack, dazu Aromen von roten Sommerfrüchten mit mineralischen Elementen. Charaktervoll und terroirbetont.


1787 wurde die Domaine de Famolens gegründet. Sie liegt in der Weinbaugemeinde Mont-sur-Rolle. Die Familie Aepli hatte das Weingut drei Generationen geführt, bevor Vincent Graenicher die Leitung übernahm. Die 4,5 Hektar sind sand- und tonhaltig sowie mit Chasselas, Merlot, Gamaret und Garanoir bepflanzt. Der Rotwein, den wir heute vorstellen, ist zu 100 % aus Merlot gemacht und wird in kleinen Holzfässern ausgebaut. Die Produktion ist naturnah und in Umstellung auf biodynamische Richtlinien. Das Bouquet zeigt die attraktiven Aromen nach reifen Pflaumen mit einer Spur von Vanille. Kräftige Textur und Farbe mit geschmeidigen und saftigen Tanninen. Mittellanger Nachhall.


1895 wurde der landwirtschaftliche Betrieb Il Cavaliere gegründet. Heute ist die Produktion auf Weinbau spezialisiert, was anhand der hohen Qualität der Weine zu spüren ist. Die Rebberge umfassen ca. 12 Hektar mit einer Jahresproduktion von ungefähr 100’000 Flaschen. Der Donnatiziana Merlot Riserva wird nach der schonenden Mazeration und Pressung des Traubenguts in Barriquefässern ausgebaut. Das Resultat ist ein sehr attraktiver Tessiner Rotwein mit einem langen, konzentrierten Abgang.


Die Genossenschaftskellerei Nals Margreid wurde 1932 gegründet und zählt an die 138 Weinbauern zu ihren Mitgliedern. Die 160 Hektar Weinberge sind ideal im Südtirol verteilt, weshalb hier fast jede Rebsorte und jeder Weinstil produziert werden kann. Dieser frische Sauvignon Blanc wird für ca. 5 Monate auf der Feinhefe im Stahltank ausgebaut. Er zeigt sich sortentypisch mit Noten nach Zitrusfrüchten, Stachelbeeren und Holunder. Am Gaumen ist die bestechende Mineralität klar erkennbar und puffert die feine Säure.


Das Weingut Silvio Grasso gehört zu den Spitzenerzeugern für Barolo aus der Unterregion La Morra, welche die duftigsten, delikatesten Barolos liefern. Auf ungefähr 11 Hektar werden seit 1927 hervorragende Weine vinifiziert. Die Qualität seiner Weine scheint mit jedem Jahrgang besser zu werden, also unbedingt einmal probieren, bevor die Spitzenwertungen ihn unbezahlbar machen. Nach der kurzen Belüftung verströmt das Bouquet die typischen Noten nach Veilchen, Himbeeren und Teer. Geben Sie dem Wein etwas Zeit und geniessen Sie die delikate, feine Frucht, gepaart mit einem langen, kraftvollen, mineralischen, ausgesprochen würzigen Nachhall.